Leica M10 im täglichen Gebrauch

Wir hatten eine kleine Reise zur Loire und den zahlreichen Kanälen geplant, die man zwischen dem Burgund, dem Nivernais und dem Loiretal findet. Dies war eine gute Gelegenheit, einen ersten „Praxistest“ der Leica M10 zu machen.

Das Wetter war sehr wechselhaft und die Landschaft gibt hinreichend Möglichkeiten, auf den Auslöser zu drücken. Alle Aufnahmen sind mit dem Summilux-M f1.4/35mm ASPH. aufgenommen.

Wie schon in zwei früheren Beiträgen erwähnt liefert die M10 sehr natürliche Bilder, egal welche Licht und Wetterverhältnisse herrschen. Früher sagte man „Agfa“ statt „Fuij“. Die Empfindlichkeit der Aufnahmen liegt zwischen ISO 100 und ISO 6400.

… und einige Bilder mehr findet ihr hier

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Vergleich bei Offenblende: alt und neu

Leica und Zeiss bieten eine breite Palette von Objektiven mit der Standardbrennweite 50mm an.  Sie unterscheiden sich in Gewicht, Grösse, Preis und „Charakter“. Dieser wiederum hängt von der optischen und mechanischen Konstruktion und der Anfangsöffnung ab. Jedes Objektiv hat sein spezifisches Anwendungsfeld.

Leica bietet heute fünf   verschiedene 50mm Objektive mit den Anfangsöffnungen: f0.95, f2.0 (APO), f1.4, f2.0 , und f2.4 an (geordnet nach Preis). Im Zeiss Katalog findet man das klassische Planar (f2.0) und Sonnar (f1.5). Heute fehlt im Angebot das einfache Tessar, welsches bei Leica einem Elmar entspricht. Das Elmar wurde bis 2007 gebaut, hatte anfangs eine Öffnung von 3.5, die später auf 2.8 erhöht wurde.

Alte Objektive, die nicht mehr im Katalog sind, erfreuen sich erneut grosser Beliebtheit. So habe ich mir zum Vergleich heute das Summicron f2.0/50mm (II) aus dem Jahre 1956 und das Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH (2013) ausgesucht. 57 Jahre liegen zwischen beiden Linsen.

Das Summicron aus dem Jahre 1956 seht für „ausgezeichnete Schärfe und hohe Auflösung„. Es hat über Jahre den Ruf der Leicaobjektive geprägt. Auf dem Gebrauchtmarkt kann man dieses Objektiv in sehr gutem Zustand für etwa 700 € finden. Das (wesentlich teurere) Apo-Summicron verkörpert das heute Machbare an optischer und mechanischer Leistung.

Die Aufnahmen wurden mit der Leica M Monochron (type 246) aufgenommen. Die Farbübertrag wird in Kürze in einem neuen Beitrag verglichen. Es sei voraus gesagt, dass es sich hier um einen einfachen Vergleich handelt ohne jeglichen Anspruch auf Richtigkeit.  

Ob der Qualitätsunterschied im praktischen Vergleich direkt sichtbar ist, wollte ich nun einfach mal wissen….

Der Test zeigt vor allem, dass bei den üblichen Bildgrössen und beim Betrachten auf dem Bildschirm, die Unterschiede kaum auszumachen sind….. Was aber immer sofort auffälltist das unterschiedliche „Bokeh“, welsches „klassischen“ und modernen mit asphärischen Linsen ausgestatteten Objektive erzeugen.

Zunächst Summicron dann Apo-Summicron jeweils bei Blende f2.0

Sum50-f2-2.jpgApo50-f2.jpgSum50-f2-3.jpgApo50-f2-2.jpgsum50-f2-6apo50-f2-7

Ausschnittvergrösserung

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Leica M10, M(type 240) und M9 im direkten Farbvergleich

Alle Aufnahmen mit dem Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH. bei natürlichem Licht bei starker Bewölkung. Keine Nachbehandlung in LR. Alle Regler auf „0“. Weissabgleich an Kamera auf „Automatisch“.

Alles in allem bildet die M10 am natürlich und harmonisch ab, sowohl innen als auch aussen.  Besonders auffallend ist der Unterschied bei Grün/Blau. Die M9 zeichnet am „kühlsten“ von allen 3 Kameras. Allerdings ist die Wiedergabe  von Rot der Farbtafel bei der M9 näher am Original. Die CMOS Sensoren tendieren eher zu einer wärmeren Darstellung von Rot bis Gelb. Der CDD Sensor der M9 hingegen tendiert eher zu Rot/Purpur und Mangena.  Insgesamt nimmt die Farbtendenz in Richtung Magenta von M10 nach M9 zu.

Je nach Lichtverhältnissen kann sich das Ergebnis natürlich verschieben. Fraglich bleibt auch in wieweit der Weissabgleich die Darstellung des Sensor beeinflusst.

m10

M10: f2.0 1/15 ASA200

m240

M (type 240): f2.0 1/30 ASA200

m9

M9: f2.0  1/30 ASA160

m10-2

M10: f2.0 1/125 ASA100

m240-2

M(type 240) f2.0 1/180 ASA200

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M9: f2.0 1/500 ASA160

Leica M10: erste Eindrücke

Es hat gerade mal eine Woche gedauert zwischen der Ankündigung und dem Moment, an dem ich die neue M in der Hand hatte. Am Ende hatte das lange Warten ein schnelles Ende gefunden.

Seit Erscheinen der ersten digitalen M, der M8, fragte ich alle zwei Jahre während der Photokina auf dem Leicastand mal nach, ob es nicht doch möglich sei, einen Sensor in ein M7 Gehäuse zu packen. Als die M (type 240) dann auf den Markt kam, hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben, noch mal eine „richtige“ M in der Hand zu haben.

m10-2

Leica M10 + Apo-Summircon-M f2.0/50mm ASPH. Blende 2.0 1/15 1600 ASA

Die M (type 240) hatte zwar einige digitale Neuerungen, die auch ein M Fotograf, als Fortschritt akzeptiert, wie zum Beispiel Liveview oder den besseren Bildschirm (gegenüber M8 und M9), aber hatte dann auch einige Funktionen, die in einer M nichts zu suchen haben. Das ist wenigstens meine Überzeugung. Dafür gibt es jetzt die ausgezeichnete SL.

Die M10 entspricht also, um es kurz zu sagen, meinen Erwartungen, was ihre Benutzung anbelangt. Die Kamera liegt gut in der Hand. Nur der fehlende Verschlussaufzug erinnert daran, dass man keinen Film, sondern einen Sensor in der Kamera hat.

Blende, Zeit, Empfindlichkeit und Auslöser, alles im direkten Zugriff,… einfach einfach! Eine Leica M wo Tradition und Fortschritt im Einklang stehen.

Wenn man schon mal mit einer M fotografiert hat, braucht man die Gebrauchsanweisung eigentlich nicht mehr für die M10. Oder doch,…? denn die M10 hat WLAN (Wifi). Da liegt es entweder an der Erklärung in der Beschreibung oder am Fotografen,… Man muss schein ein paar Minuten rumfummeln bis dann auf einmal die Verbindung zwischen Kamera und Handy steht.

Der Sensor ist Spitze! Zur Einschränkung muss ich gestehen, dass ich nur M8, M9 und M (type 240) Erfahrung habe. Aber im direkten Vergleich gibt besticht die M10 in jeder Hinsicht: Dynamik, Farbwiedergabe, Schärfe etc. Der Vollständigkeit halber sollte ich noch sagen, dass ich die Farben der M8 in guter Erinnerung habe. Es war fast noch wie beim Film, sagen wir Agfa,…

Alle Aufnahmen sind bei Offenblende gemacht und ohne jegliche Nachbearbeitung (ausser DNG – JPEG Konvertierung durch LR). Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich. Da der Kontrast des Apo-Summicron schon sehr hoch ist, ist jede Nachbearbeitung überflüssig oder führt zu übertriebener Farbsättigung.

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Blende 2.0 1/2000 ISO 100

Der Sensor verträgt ebenfalls extreme Helligkeitsunterschiede, wie die Aussenaufnahme in Marly le Roi zeigt.

m10-7

Blende 2.0 1/1500 ASA 100

m10-5

Blende 2.0 1/25 ASA200

Auffallend genau arbeitet die neue Messsucherkuppelung. Die Kamera ist sehr genau justiert, das Scharfstellen ist absolut problemlos.

m10-7

Blende 2.0 1/500 ASA100

Um es zusammenzufassen: das wesentliche, die Handhabung und die Bildqualität, haben mich voll überzeugt.

Die neue vereinfachte Menusteuerung (wenn man schon mal ins Menu muss,…) finde ich eine klare Verbesserung. Das ganze ist einfacher und kohärenter geworden. Was die anderen Aspekte angeht wie etwa Verschluss, Batterie, Gewicht etc. muss ich sagen, das sie für mich Nebensache sind, auch wenn sie im Internet heiss diskutiert werden.

m10-4

Blende 2.0 1/350 ASA 100

m10-5

Blende 2.0 1/25 ASA250

Die Nachtaufnahme zeigt in den Schatten noch einiges an Detail. Da die Lampen die einzigen Lichtquellen sind, führt der hohe Kontrast zu etwas Überstrahlung im direkten Umfeld.

Die M10 ist ab heute meine erste Wahl. Die M (type 240) kommt dann noch mit, wenn ich mit mehreren Objektiven unterwegs bin. Zum Beispiel 24+50 oder 35+75.

Hier noch ein paar Farbvergleiche. Wie schon erwähnt wirken die Farben sehr natürlich. Die Sättigung ist etwas geringer als das Original der Tafel (Xrite Colorchecker). Vor allem bei blau und purpur. Allerdings ist diese Aussage sehr subjektiv, da sie natürlich von den Lichtverhältnissen beeinflusst wird.

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Farbtemperatur: 5150° (Innenaufnahme Tageslicht)

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Farbtemperatur: 4950° (Aussenaufnahme)

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Farbtemperatur: 5600° (Aussenaufnahme Schatten)

Und zum Schluss noch ein Vergleich ohne und mit Nachbehandlung in LR.

m10

ohne (alle Regler auf „0“)

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mit (alle Regler auf „Auto“)

 

Mit der Leica M Monochrom (type 246) bis 12500 ISO

Da ich „Sensorprobleme“ mit der „alten“ Leica M Monochrom hatte und da ich den Monochromansatz liebe, habe ich mir eine neue Type 246 gekauft. Die Handhabung entspricht der Leica M. Die Resultate unterscheiden sich nur unwesentlich von der alten. So auf jeden Fall mein Eindruck.

Die Rohdaten sind etwas kontrastreicher. Allerdings hat man den einen geringeren Schärfeeindruck bei niedrigen ISO-Werten. Die Bilder wirken natürlicher und kommen dem Film-Feeling noch etwas näher. In der Dunkelheit ist die Neue allerdings unschlagbar. Bei 12 500 ISO kann man nachts noch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Wie bei der Alten ist der „Spassfaktor“ riesig. PAN-F oder Tri-X kommen in Erinnerung.  Die Aufnahme wurden in und um Paris mit den Objektiven Apo-Summicron-M f2.0/75mm ASPH., Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH. und Summilux-M f1.4/35mm ASPH. gemacht.

Nature-7

Street-10

Street-8

Street-9 Nature-10

Bokeh bei Blende 2.0

Ich habe heute mal einen kleinen Vergleichtest bei Blende 2.0 gemacht.

Das Titelbild ist allerdings mit einem Noctilux-M bei Blende 0.95 gemacht. Alle Aufnahmen sind mit der Leica M (type 240) gemacht.

4 verschiedene 50 mm Objektive standen zur Wahl, 3 von Leica und eins von Zeiss. 2 neue Rechnungen und 2 ältere Rechnungen oder Objektive: Noctilux-M f0.95/50mm ASPH., Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH., Summieren (II) f2.0/50mm und ZW C-Sonnar T* f1.5mm von Zeiss.

Da ich ohne Stativ und bei wechselhaftem Wetter fotografierte, sind die Situationen nicht identisch. Es lassen sich aber trotzdem verschiedene Abbildungseigenschaften erkennen.

Zunächst mal eine Frage: Welches Bild A, B oder C ist mit welchem Objektiv aufgenommen? Alle Aufnahmen ohne Nachbearbeitung (ausser RAW > JPEG Konvertierung):

Objektiv A: (Vergrösserung 100%)

Objektiv A: (Vergrösserung 100%)

Objektiv B: (Vergrösserung 100%)

Objektiv B: (Vergrösserung 100%)

Objektiv C: (Vergrösserung 100%)

Objektiv C: (Vergrösserung 100%)


Die älteren Rechnungen haben ein unruhigeres oder „stärkeres“ Bokeh. Der 3-D Effekt ist beim alten Summicron am geringsten. Auch wenn jedes Objektiv etwas anders zeichnet, erscheint es mir schwer bei den hier gezeigten Aufnahmen eine abschliessende Wertung abzugeben.

 

  • Serie A
Test50N2

Notilux-M f0.95/50mm ASPH

Test50A2

Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Summicron (II) f2.0/50mm

Summicron (II) f2.0/50mm

ZM C-Sonnar T* f1.5/50mm

ZM C-Sonnar T* f1.5/50mm

Serie B

Noctilux-M f0.95/50mm ASPH

Noctilux-M f0.95/50mm ASPH

Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Summircon (II) f2.0/50mm

Summircon (II) f2.0/50mm

ZM C-Sonnar T* f1.5/50mm

ZM C-Sonnar T* f1.5/50mm

  • Vergleich in schwarz-weiss / detail / RAW ohne Post-Produktion
Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Summicron (II) f2.0/50mm

Summicron (II) f2.0/50mm

  • Noctilux bei Offenblende (mit Post-Produktion)
Noctilux-M f0.95/50mm ASPH. Blende 0.95

Noctilux-M f0.95/50mm ASPH. Blende 0.95