Rencontres d’Arles 2017

Wie jedes Jahr bin ich auch dieses Jahr nach Arles gefahren. Während der Eröffnungswoche haben sich dort dieses Jahr 17500 Besucher gefunden, um sich mit der Fotografie zu beschäftigen.

Für mich bedeutet das: Workshop, Ausstellungsmarathon und Konferenzen in der antiken Arena.  Das Thema meines Workshops war wie schon im letzten Jahr wieder „Porträt“.

Allerdings lag der thematische Schwerpunkt nicht auf der Beleuchtung sondern auf dem eigentlichen Ablauf einer Porträt-Session, von der Vorbereitung bis zur Post-Produktion.

Der Workshop wurde von dem bekannten französischen Fotografen Jérôme Bonnet geleitet. Wie so oft war es eine fachliche und menschliche Bereicherung.  Die Teilnehmer kamen dieses Jahr aus Frankreich, Italien, Finnland und Australien. Meistens sind es erfahrene Amateure oder junge Profis, die von der Anwesenheit bekannter Fotografen profitieren wollen.

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Camille

4 Modelle standen uns zur Verfügung. Alle Aufnahmen sind in Arles, in einem verlassenen Schulgebäude entstanden.

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Nathalie

Zum Einsatz kamen eine LEICA M10 und das APO-SUMMICRON-M f2.0/50mm ASPH. Ich habe natürlich auch versucht, Jérôme’s Stil etwas nachzuempfinden… 🙂

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Sophie

Die Rencontres d’Arles stellen die zum Workshop notwendigen Zusatzausrüstungen, wie zum Beispiel Belichtungsmesser, Blitzanlagen,…

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Marie

 

Arles 2017 Camille-9

Camille

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Leica M10 im täglichen Gebrauch

Wir hatten eine kleine Reise zur Loire und den zahlreichen Kanälen geplant, die man zwischen dem Burgund, dem Nivernais und dem Loiretal findet. Dies war eine gute Gelegenheit, einen ersten „Praxistest“ der Leica M10 zu machen.

Das Wetter war sehr wechselhaft und die Landschaft gibt hinreichend Möglichkeiten, auf den Auslöser zu drücken. Alle Aufnahmen sind mit dem Summilux-M f1.4/35mm ASPH. aufgenommen.

Wie schon in zwei früheren Beiträgen erwähnt liefert die M10 sehr natürliche Bilder, egal welche Licht und Wetterverhältnisse herrschen. Früher sagte man „Agfa“ statt „Fuij“. Die Empfindlichkeit der Aufnahmen liegt zwischen ISO 100 und ISO 6400.

… und einige Bilder mehr findet ihr hier

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M10-17.jpgLoire - Briare-5.jpgLoire - Briare-7.jpgM10-9.jpgM10-15.jpgm10-16

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Leica M10, M(type 240) und M9 im direkten Farbvergleich

Alle Aufnahmen mit dem Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH. bei natürlichem Licht bei starker Bewölkung. Keine Nachbehandlung in LR. Alle Regler auf „0“. Weissabgleich an Kamera auf „Automatisch“.

Alles in allem bildet die M10 am natürlich und harmonisch ab, sowohl innen als auch aussen.  Besonders auffallend ist der Unterschied bei Grün/Blau. Die M9 zeichnet am „kühlsten“ von allen 3 Kameras. Allerdings ist die Wiedergabe  von Rot der Farbtafel bei der M9 näher am Original. Die CMOS Sensoren tendieren eher zu einer wärmeren Darstellung von Rot bis Gelb. Der CDD Sensor der M9 hingegen tendiert eher zu Rot/Purpur und Mangena.  Insgesamt nimmt die Farbtendenz in Richtung Magenta von M10 nach M9 zu.

Je nach Lichtverhältnissen kann sich das Ergebnis natürlich verschieben. Fraglich bleibt auch in wieweit der Weissabgleich die Darstellung des Sensor beeinflusst.

m10

M10: f2.0 1/15 ASA200

m240

M (type 240): f2.0 1/30 ASA200

m9

M9: f2.0  1/30 ASA160

m10-2

M10: f2.0 1/125 ASA100

m240-2

M(type 240) f2.0 1/180 ASA200

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M9: f2.0 1/500 ASA160

Leica M10: erste Eindrücke

Es hat gerade mal eine Woche gedauert zwischen der Ankündigung und dem Moment, an dem ich die neue M in der Hand hatte. Am Ende hatte das lange Warten ein schnelles Ende gefunden.

Seit Erscheinen der ersten digitalen M, der M8, fragte ich alle zwei Jahre während der Photokina auf dem Leicastand mal nach, ob es nicht doch möglich sei, einen Sensor in ein M7 Gehäuse zu packen. Als die M (type 240) dann auf den Markt kam, hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben, noch mal eine „richtige“ M in der Hand zu haben.

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Leica M10 + Apo-Summircon-M f2.0/50mm ASPH. Blende 2.0 1/15 1600 ASA

Die M (type 240) hatte zwar einige digitale Neuerungen, die auch ein M Fotograf, als Fortschritt akzeptiert, wie zum Beispiel Liveview oder den besseren Bildschirm (gegenüber M8 und M9), aber hatte dann auch einige Funktionen, die in einer M nichts zu suchen haben. Das ist wenigstens meine Überzeugung. Dafür gibt es jetzt die ausgezeichnete SL.

Die M10 entspricht also, um es kurz zu sagen, meinen Erwartungen, was ihre Benutzung anbelangt. Die Kamera liegt gut in der Hand. Nur der fehlende Verschlussaufzug erinnert daran, dass man keinen Film, sondern einen Sensor in der Kamera hat.

Blende, Zeit, Empfindlichkeit und Auslöser, alles im direkten Zugriff,… einfach einfach! Eine Leica M wo Tradition und Fortschritt im Einklang stehen.

Wenn man schon mal mit einer M fotografiert hat, braucht man die Gebrauchsanweisung eigentlich nicht mehr für die M10. Oder doch,…? denn die M10 hat WLAN (Wifi). Da liegt es entweder an der Erklärung in der Beschreibung oder am Fotografen,… Man muss schein ein paar Minuten rumfummeln bis dann auf einmal die Verbindung zwischen Kamera und Handy steht.

Der Sensor ist Spitze! Zur Einschränkung muss ich gestehen, dass ich nur M8, M9 und M (type 240) Erfahrung habe. Aber im direkten Vergleich gibt besticht die M10 in jeder Hinsicht: Dynamik, Farbwiedergabe, Schärfe etc. Der Vollständigkeit halber sollte ich noch sagen, dass ich die Farben der M8 in guter Erinnerung habe. Es war fast noch wie beim Film, sagen wir Agfa,…

Alle Aufnahmen sind bei Offenblende gemacht und ohne jegliche Nachbearbeitung (ausser DNG – JPEG Konvertierung durch LR). Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich. Da der Kontrast des Apo-Summicron schon sehr hoch ist, ist jede Nachbearbeitung überflüssig oder führt zu übertriebener Farbsättigung.

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Blende 2.0 1/2000 ISO 100

Der Sensor verträgt ebenfalls extreme Helligkeitsunterschiede, wie die Aussenaufnahme in Marly le Roi zeigt.

m10-7

Blende 2.0 1/1500 ASA 100

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Blende 2.0 1/25 ASA200

Auffallend genau arbeitet die neue Messsucherkuppelung. Die Kamera ist sehr genau justiert, das Scharfstellen ist absolut problemlos.

m10-7

Blende 2.0 1/500 ASA100

Um es zusammenzufassen: das wesentliche, die Handhabung und die Bildqualität, haben mich voll überzeugt.

Die neue vereinfachte Menusteuerung (wenn man schon mal ins Menu muss,…) finde ich eine klare Verbesserung. Das ganze ist einfacher und kohärenter geworden. Was die anderen Aspekte angeht wie etwa Verschluss, Batterie, Gewicht etc. muss ich sagen, das sie für mich Nebensache sind, auch wenn sie im Internet heiss diskutiert werden.

m10-4

Blende 2.0 1/350 ASA 100

m10-5

Blende 2.0 1/25 ASA250

Die Nachtaufnahme zeigt in den Schatten noch einiges an Detail. Da die Lampen die einzigen Lichtquellen sind, führt der hohe Kontrast zu etwas Überstrahlung im direkten Umfeld.

Die M10 ist ab heute meine erste Wahl. Die M (type 240) kommt dann noch mit, wenn ich mit mehreren Objektiven unterwegs bin. Zum Beispiel 24+50 oder 35+75.

Hier noch ein paar Farbvergleiche. Wie schon erwähnt wirken die Farben sehr natürlich. Die Sättigung ist etwas geringer als das Original der Tafel (Xrite Colorchecker). Vor allem bei blau und purpur. Allerdings ist diese Aussage sehr subjektiv, da sie natürlich von den Lichtverhältnissen beeinflusst wird.

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Farbtemperatur: 5150° (Innenaufnahme Tageslicht)

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Farbtemperatur: 4950° (Aussenaufnahme)

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Farbtemperatur: 5600° (Aussenaufnahme Schatten)

Und zum Schluss noch ein Vergleich ohne und mit Nachbehandlung in LR.

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ohne (alle Regler auf „0“)

m10-8

mit (alle Regler auf „Auto“)