Typisch LONDON

Jede Stadt hat ihre Besonderheiten. Was mich schon immer an London begeistert hat, ist die Farbenfreudigkeit.

Wobei man hinzufügen muss, das dies auch vom jeweiligen Stadtviertel abhängt. Genauer gesagt nimmt die Farbigkeit von Westen kommend zum Osten hin zu. Der Westen ist eher wohlhabend und tradionnel, im ärmeren Osten wohnen die jüngeren Leute und viele Zugewanderte. Farbe gegen Einförmigkeit. 

So bietet London dem Fotografen viele Ausdrucksmöglichkeiten. 

Hier habe ich mich auf die Menschen in ihrere typischen Umgebung konzentriert. 

Die Aufnahmen wurden ausschliesslich mit digitalen M-Kameras gemacht (M8 – M10), meistens mit 35 oder 50mm Brennweite:  

 Im Osten

Summilux-M f1.4/35mm ASPH.

Im Westen

Noctilux-M f0.95/50mm ASPH.

Summicron (II) f2.0/50mm / 1956
Summilux-M f1.4/35mm ASPH.

Im Osten

Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.
Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.
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Unterwegs auf der Seine

Ich lernte David im Hafen Arsenal kennen. Er arbeitete gerade an einer Promotions-Video für seine schöne Yacht „Shivas“. Ich sagte Ihm, neben der Video, wären ein paar Fotos sicherlich eine gute Bereicherung für sein Marketing. Schnell waren wir uns einig:

Er bot uns eine exclusive Bootstour auf der Seine in Paris an und im Gegezug sollte ich ein paar Bilder machen. Auf den genauen Zeitplan hatte ich keinen Einfluss,…

So war es dann an einem sonnigen Nachmittag plötzlich soweit. Ich hatte lange nachgedacht, welche Ausrüstung ich mitnehmen sollte. Mein Wahl fiel auf die M10 und das Summilux-M f2.0/28mm ASPH., die ich für den einsatz bereit hielt. Gefragt waren sowohl Bilder, die das Boot und Paris im Hintergrund zeigten als auch die Möglichkeit, Details der Yacht hervorzuheben. So entstanden die meisten Aufnehmen entweder bei Blende 2 oder 4-5.6.

Die Brennweite 28mm war bei mir lange ein Aussenseiter. Bevor ich Anfang der 80er Jahre zu Leica wechselte, besaß ich ein 28mm an einer Spiegelreflexkamera. Die Ergebnisse waren sehr mittelmäßig. Lange Zeit machte ich die Brennweite dafür verantwortlich. Meine Leica Erfahrung begann damals mit 35mm. Eine Perspektive, die mir sofort zusagte. Auch heute noch, wenn ich nur eine Optik einpackte, ist es meist das Summilux-M f1.4/35mm ASPH., das an der M sitzt.

So kam das 28mm erst spät in mein Portefolio. Seit dem 1. Tag haben mich die Ergebnisse dieses Objektives überzeugt. So greife ich immer häufiger zum 28er, vor allem wenn ich noch das Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH. in der Tasche habe. Die beiden Linsen zeichnen sehr ähnlich.

Die Reise mit der Shivas dauerte gute eine Stunde. Zeit genug, um Paris vom Boot aus zu bewundern, aber auch ,um Spaß beim Fotografieren mit der M10 und dem Summcron zu haben.

Als wir dann anlegten und vom Boot gingen, habe ich mich beeilt, um mir die Ergebnisse anzuschauen. Hier ein paar Beispiele.

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Shivas-15

 

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Shivas-18

Rom im Winter

Im Januar 2018 regnet es in Paris seit Wochen. Die Seine ist über die Ufer getreten, es ist Zeit zu einer Auszeit…

Wir fahren nach Rom. Dort erwartet uns Sonne und die Geschichte. Antike und die Gegenwart. Ich nehme die LEICA M10 und zwei Objektive mit: das neue Summicron-M f2.0/28mm ASPH. und das APO-Summicron-M f2.0/50mm ASPH.

Die meisten Aufnahmen mache ich mit dem neugekauften 28er.

Rome 2018-4 Wie erwartet sind die Aufnahmen verzeichnungsfrei. Wie beim Apo-Summicron-M ist der Kontrast schon bei Offenblende sehr hoch. In Lightroom stelle ich die „Regler“ auf 0.

Rome 2018

Die Sonne seht tief, die Schatten sind entsprechend lang.

Rome 2018-3 Wie gewöhnlich mag ich den Moment kurz vor dem Sonnenuntergang. Hier können Kamera und Optik zeigen, wie sie die Situation meistern.

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Ob in den engen Gassen oder auf dem Forum , es gibt genügend Gelegenheiten auf den Auslöser zu drücken.

Rome 2018-6

Vor allem dann, wenn ein „römischer Legionär“ en Selfie von sich macht 🙂

Stockholm : first impressions

Wenn man zum ersten Mal in eine Stadt kommt, ist man zunächst einmal Tourist. Man fotografiert alles „Sehenswerte“. Postkartenbilder…

Manchmal, je nach Laune hat man aber auch Lust, gerade das abzulichten, was einem auffällt. Was nicht unbedingt ins Erinnerungsalbum passt. Ganz einfach weil die Eindrücke neu sind, oder einfach anders als gewohnt… oder erwartet.

Die Stadt ist im Umbruch. Überall sind Baustellen! Neu und Alt, Moderne und Tradition  sieht man nebeneinander auf engstem Raum, ob hässlich oder schön, zweckmässig oder nutzlos,… Die Stadt wird den modernen Anforderungen angepasst: Wirtschaftsschwerpunkt und Massentourismus sind die Herausforderungen von heute.

So ist es kein Wunder, dass Stockholm zur innovativsten Stadt Europa’s gewählt wurde.

Stockholm is the most innovative region in the EU 2017"

Die Stadt bietet für jeden Geschmack etwas. Landschaft, Wasser, Kunst, Kultur, Geschichte, Lebensqualität… Der Besuch hat sich gelohnt.


Alle Aufnahmen sind mit der LEICA M10 gemacht. Als Objektive hatte ich das Super-Elmar-M f3.4/21mm ASPH., das Summilux-M f1.4/35mm ASPH. und das Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH. dabei.

Weiter Aufnahmen hier.

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Rencontres d’Arles 2017

Wie jedes Jahr bin ich auch dieses Jahr nach Arles gefahren. Während der Eröffnungswoche haben sich dort dieses Jahr 17500 Besucher gefunden, um sich mit der Fotografie zu beschäftigen.

Für mich bedeutet das: Workshop, Ausstellungsmarathon und Konferenzen in der antiken Arena.  Das Thema meines Workshops war wie schon im letzten Jahr wieder „Porträt“.

Allerdings lag der thematische Schwerpunkt nicht auf der Beleuchtung sondern auf dem eigentlichen Ablauf einer Porträt-Session, von der Vorbereitung bis zur Post-Produktion.

Der Workshop wurde von dem bekannten französischen Fotografen Jérôme Bonnet geleitet. Wie so oft war es eine fachliche und menschliche Bereicherung.  Die Teilnehmer kamen dieses Jahr aus Frankreich, Italien, Finnland und Australien. Meistens sind es erfahrene Amateure oder junge Profis, die von der Anwesenheit bekannter Fotografen profitieren wollen.

Arles 2017 Camille-7.jpg

Camille

4 Modelle standen uns zur Verfügung. Alle Aufnahmen sind in Arles, in einem verlassenen Schulgebäude entstanden.

Arles 2017 Nathalie-10.jpg

Nathalie

Zum Einsatz kamen eine LEICA M10 und das APO-SUMMICRON-M f2.0/50mm ASPH. Ich habe natürlich auch versucht, Jérôme’s Stil etwas nachzuempfinden… 🙂

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Sophie

Die Rencontres d’Arles stellen die zum Workshop notwendigen Zusatzausrüstungen, wie zum Beispiel Belichtungsmesser, Blitzanlagen,…

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Marie

 

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Camille

Vergleich bei Offenblende: alt und neu

Leica und Zeiss bieten eine breite Palette von Objektiven mit der Standardbrennweite 50mm an.  Sie unterscheiden sich in Gewicht, Grösse, Preis und „Charakter“. Dieser wiederum hängt von der optischen und mechanischen Konstruktion und der Anfangsöffnung ab. Jedes Objektiv hat sein spezifisches Anwendungsfeld.

Leica bietet heute fünf   verschiedene 50mm Objektive mit den Anfangsöffnungen: f0.95, f2.0 (APO), f1.4, f2.0 , und f2.4 an (geordnet nach Preis). Im Zeiss Katalog findet man das klassische Planar (f2.0) und Sonnar (f1.5). Heute fehlt im Angebot das einfache Tessar, welsches bei Leica einem Elmar entspricht. Das Elmar wurde bis 2007 gebaut, hatte anfangs eine Öffnung von 3.5, die später auf 2.8 erhöht wurde.

Alte Objektive, die nicht mehr im Katalog sind, erfreuen sich erneut grosser Beliebtheit. So habe ich mir zum Vergleich heute das Summicron f2.0/50mm (II) aus dem Jahre 1956 und das Apo-Summicron-M f2.0/50mm ASPH (2013) ausgesucht. 57 Jahre liegen zwischen beiden Linsen.

Das Summicron aus dem Jahre 1956 seht für „ausgezeichnete Schärfe und hohe Auflösung„. Es hat über Jahre den Ruf der Leicaobjektive geprägt. Auf dem Gebrauchtmarkt kann man dieses Objektiv in sehr gutem Zustand für etwa 700 € finden. Das (wesentlich teurere) Apo-Summicron verkörpert das heute Machbare an optischer und mechanischer Leistung.

Die Aufnahmen wurden mit der Leica M Monochron (type 246) aufgenommen. Die Farbübertrag wird in Kürze in einem neuen Beitrag verglichen. Es sei voraus gesagt, dass es sich hier um einen einfachen Vergleich handelt ohne jeglichen Anspruch auf Richtigkeit.  

Ob der Qualitätsunterschied im praktischen Vergleich direkt sichtbar ist, wollte ich nun einfach mal wissen….

Der Test zeigt vor allem, dass bei den üblichen Bildgrössen und beim Betrachten auf dem Bildschirm, die Unterschiede kaum auszumachen sind….. Was aber immer sofort auffälltist das unterschiedliche „Bokeh“, welsches „klassischen“ und modernen mit asphärischen Linsen ausgestatteten Objektive erzeugen.

Zunächst Summicron dann Apo-Summicron jeweils bei Blende f2.0

Sum50-f2-2.jpgApo50-f2.jpgSum50-f2-3.jpgApo50-f2-2.jpgsum50-f2-6apo50-f2-7

Ausschnittvergrösserung

Sum50-f2-9.jpg

apo50-f2-8

Leica M10: erste Eindrücke

Es hat gerade mal eine Woche gedauert zwischen der Ankündigung und dem Moment, an dem ich die neue M in der Hand hatte. Am Ende hatte das lange Warten ein schnelles Ende gefunden.

Seit Erscheinen der ersten digitalen M, der M8, fragte ich alle zwei Jahre während der Photokina auf dem Leicastand mal nach, ob es nicht doch möglich sei, einen Sensor in ein M7 Gehäuse zu packen. Als die M (type 240) dann auf den Markt kam, hatte ich schon fast die Hoffnung aufgegeben, noch mal eine „richtige“ M in der Hand zu haben.

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Leica M10 + Apo-Summircon-M f2.0/50mm ASPH. Blende 2.0 1/15 1600 ASA

Die M (type 240) hatte zwar einige digitale Neuerungen, die auch ein M Fotograf, als Fortschritt akzeptiert, wie zum Beispiel Liveview oder den besseren Bildschirm (gegenüber M8 und M9), aber hatte dann auch einige Funktionen, die in einer M nichts zu suchen haben. Das ist wenigstens meine Überzeugung. Dafür gibt es jetzt die ausgezeichnete SL.

Die M10 entspricht also, um es kurz zu sagen, meinen Erwartungen, was ihre Benutzung anbelangt. Die Kamera liegt gut in der Hand. Nur der fehlende Verschlussaufzug erinnert daran, dass man keinen Film, sondern einen Sensor in der Kamera hat.

Blende, Zeit, Empfindlichkeit und Auslöser, alles im direkten Zugriff,… einfach einfach! Eine Leica M wo Tradition und Fortschritt im Einklang stehen.

Wenn man schon mal mit einer M fotografiert hat, braucht man die Gebrauchsanweisung eigentlich nicht mehr für die M10. Oder doch,…? denn die M10 hat WLAN (Wifi). Da liegt es entweder an der Erklärung in der Beschreibung oder am Fotografen,… Man muss schein ein paar Minuten rumfummeln bis dann auf einmal die Verbindung zwischen Kamera und Handy steht.

Der Sensor ist Spitze! Zur Einschränkung muss ich gestehen, dass ich nur M8, M9 und M (type 240) Erfahrung habe. Aber im direkten Vergleich gibt besticht die M10 in jeder Hinsicht: Dynamik, Farbwiedergabe, Schärfe etc. Der Vollständigkeit halber sollte ich noch sagen, dass ich die Farben der M8 in guter Erinnerung habe. Es war fast noch wie beim Film, sagen wir Agfa,…

Alle Aufnahmen sind bei Offenblende gemacht und ohne jegliche Nachbearbeitung (ausser DNG – JPEG Konvertierung durch LR). Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich. Da der Kontrast des Apo-Summicron schon sehr hoch ist, ist jede Nachbearbeitung überflüssig oder führt zu übertriebener Farbsättigung.

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Blende 2.0 1/2000 ISO 100

Der Sensor verträgt ebenfalls extreme Helligkeitsunterschiede, wie die Aussenaufnahme in Marly le Roi zeigt.

m10-7

Blende 2.0 1/1500 ASA 100

m10-5

Blende 2.0 1/25 ASA200

Auffallend genau arbeitet die neue Messsucherkuppelung. Die Kamera ist sehr genau justiert, das Scharfstellen ist absolut problemlos.

m10-7

Blende 2.0 1/500 ASA100

Um es zusammenzufassen: das wesentliche, die Handhabung und die Bildqualität, haben mich voll überzeugt.

Die neue vereinfachte Menusteuerung (wenn man schon mal ins Menu muss,…) finde ich eine klare Verbesserung. Das ganze ist einfacher und kohärenter geworden. Was die anderen Aspekte angeht wie etwa Verschluss, Batterie, Gewicht etc. muss ich sagen, das sie für mich Nebensache sind, auch wenn sie im Internet heiss diskutiert werden.

m10-4

Blende 2.0 1/350 ASA 100

m10-5

Blende 2.0 1/25 ASA250

Die Nachtaufnahme zeigt in den Schatten noch einiges an Detail. Da die Lampen die einzigen Lichtquellen sind, führt der hohe Kontrast zu etwas Überstrahlung im direkten Umfeld.

Die M10 ist ab heute meine erste Wahl. Die M (type 240) kommt dann noch mit, wenn ich mit mehreren Objektiven unterwegs bin. Zum Beispiel 24+50 oder 35+75.

Hier noch ein paar Farbvergleiche. Wie schon erwähnt wirken die Farben sehr natürlich. Die Sättigung ist etwas geringer als das Original der Tafel (Xrite Colorchecker). Vor allem bei blau und purpur. Allerdings ist diese Aussage sehr subjektiv, da sie natürlich von den Lichtverhältnissen beeinflusst wird.

M10.jpg

Farbtemperatur: 5150° (Innenaufnahme Tageslicht)

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Farbtemperatur: 4950° (Aussenaufnahme)

m10-3

Farbtemperatur: 5600° (Aussenaufnahme Schatten)

Und zum Schluss noch ein Vergleich ohne und mit Nachbehandlung in LR.

m10

ohne (alle Regler auf „0“)

m10-8

mit (alle Regler auf „Auto“)